Als Fan von Medalist seit der Veröffentlichung des ersten Bandes hierzulande, war ich in Angst, dass die zweite Staffel der Anime Umsetzung hierzulande keine Heimat findet, da Disney, die die erste Staffel hierzulande über ihren Streaming Dienst Disney+ hierzulande veröffentlichte, sich nicht zur Folgeseason äußerte. Doch diese Sorge war unbesorgt, als dann doch still und leise die erste Episode der Eiskunstlauf-Serie auf der Plattform erschienen ist. Aber ob die ersten Folgen der zweiten Staffel meine hohen Erwartungen treffen können, verrate ich euch in diesem Ersteindruck.
Wie bereits Eingangs erwähnt, liebe ich die Manga-Vorlage von Medalist sehr. Die erste Staffel konnte sie bereits sehr gut mit kleinen, aber sinnigen Veränderungen für das Format umsetzen. Dennoch merkte man an vielen Stellen, gerade zu Beginn oder in der Animation des Openings (mit überragender Musik von Kenshi Yonezu (Chainsaw Man)), dass das Budget von Animationsstudio Engi (Uzagi-Chan wants to Hang Out!) sichtlich begrenzt war. Dennoch fand man bereits viel Liebe zur Vorlage und Details in Staffel 1. Diese war anscheinend erfolgreich genug für eine deutliche Erhöhung des Budgets, denn Medalist Season 2 ist wunderschön, was man bereits sofort im grandiosen Opening Cold Night von der Gruppe HANA erkennt.
Medalist handelt von dem jungen Mädchen Inori, das Eiskunstlauf nicht nur liebt, sondern lebt. Jedoch fing sie für den Sport unüblich spät an, somit musste sie und ihr Trainer Tsukasa in nur kürzester Zeit versuchen, dieses Handicap zu überwinden. Denn Inori wünscht sich nichts mehr als Gold zu gewinnen und das Eiskunstlauf Genie Hikaru zu schlagen.
Medalist ist ein Wohlfühl Sport Anime, der im Gegensatz zu vielen anderen bekannten Titeln auf hohen Realismus setzt. Wie wird man in Japan Eiskunstläuferin? Wie funktioniert ein Wettbewerb? Welche Regeln hat der Sport? Alles Fragen, die Medalist im Laufe der Geschichte im Detail beantwortet und dabei auf einen großen Cast extrem sympathischer Charaktere setzt. Dies sieht man direkt in den ersten Folgen der zweiten Staffel, die sich um ein Qualifikationsturnier für die Novice A Meisterschaft dreht. Hier trifft Inori auf einige neue Rivalen, die alle ihre eigenen Motivationen haben, warum sie nach der Goldmedaille streben. Dabei werden sie so interessant gestaltet, dass sie selbst Protagonist ihrer eigenen Serie sein könnten. Medalist schafft es aber, die Reise von Inori und Tsukasa so ergreifend zu erzählen, dass man zum Schluss doch immer den beiden die Daumen drücken muss.
Neben den tollen Charakteren und der spannenden Geschichte hat Medalist aber noch eine andere Geheimwaffe: Wunderschöne Animationen. Der zwar bunte, aber dennoch sehr realistische Art Style hat mich in der Sekunde in den Griff genommen, indem ich das Cover von Band 1 in den Händen hielt und die Anime-Umsetzung muss sich dahinter nicht groß verstecken. Insbesondere die zweite Staffel konnte hier nochmal ordentlich zulegen und gehört zu den schönsten Serien dieser Anime-Season. Dabei wechselt man zwischen mehreren Stielen, für witzige Momente kommt ein sehr runder detail armer und witziger Chibi-Stil zum Einsatz, in normalen Szenen gibt es einen schönen aber bunten realistischeren Art-Style und in dramatischen und Spannenden Momenten ein sehr realistischer glamouröser funkelnder Stil mit viel Details. Beim Eiskunstlauf selber setzt man auf CGI, der sich mit seiner Liebe fürs Detail und den realistischen Bewegungen perfekt in den Rest der Serie einfügt.
Fazit
Medalist ist ein absoluter Geheimtipp für jeden, der cozy Anime und realistische Sport Geschichten mag. Und selbst wenn das zwei Genres sind, die einen nicht direkt ansprechen, lohnt es sich aufgrund der großartigen Charaktere und tollen Animationen.





