Ein Setting, das auffällt
Wenn ich mir einen neuen Manga kaufe, braucht dieser Manga etwas, was sich für mich von der breiten Maße der Isekai, Romance und Action Geschichten abhebt. Dies können grandiose Zeichnungen sein, eine gehypte Geschichte, berühmte Autoren, auf dem ersten Blick spannende Charaktere oder in dem Fall von dem am 3.4.2026 unter KAZÉ erscheinende Titel “Meine Kollegin Musubu,” einen Manga der mich durch seine Präsentation auf der Manga-Comic-Con ins Auge stach, das Setting. Denn es geht um Kondome.
Humor zwischen Charme und Peinlichkeiten
Meine Kollegin Musubu handelt von dem 24 jährigen Goro Sagami, der seit vielen Jahren in seine Kollegin Musubu verliebt ist. Doch leider konnte er noch nie ein Gespräch mit ihr anfangen, da das Unternehmen, in dem die beiden Arbeiten zu groß ist und sie in unterschiedlichen Abteilungen und Branchen tätig sind. Dies ändert sich dann schlagartig, als Goro den Job als Vertriebsleiter in derselben Abteilung bekommt, in dem sie arbeitet: die Erfindung und Forschung neuer Kondome. Musubu lebt und liebt ihre Arbeit und ist sehr froh, nun einen weiteren männlichen Kollegen zu haben, der helfen kann, neue Ideen in das kleine Team der Produktion zu bringen. Das Problem jedoch, Goro hat null Erfahrungen mit Kondomen, noch mit Sex, was zu lustigen Szenen führt in die sich Goro immer wieder manövriert.
Was zuallererst wichtig zu erwähnen ist “Meine Kollegin Musubu” ist kein Erotik Manga, sondern eine RomCom in einem erotischen Setting. Der Manga ist weder explizit noch Ecchi. Die komplette Erotik in der Geschichte stammt alleine von dem bizarren Setting der Kondomfabrik, in dem die beiden arbeiten und Goros fehlender Erfahrung. “Meine Kollegin Musubu” geht eher in die Richtung eines “More Than a Doll“, wobei man hier auch viel weniger bis gar keine Haut sieht. Musubu ist keine erotische Figur für Fan-Service, sondern eine attraktive und sympatische aber schrullige Wissenschaftlerin.
Einfach, aber Effektiv
Die Comedy in “Meine Kollegin Musubu” ist gut, aber nicht überragend. An sich ist dieser nämlich recht einfach, aber sympathisch gestaltet. Die meisten Kapitel handeln von einer Szene in der Firma, wo Goro und Musubu aufeinander treffen und in komische Situationen geraten. Dabei geht Band 1 auf keine Tiefe der Charaktere ein. Gerade Goro ist ein einfaches Abziehbild. Der Leser erfährt gar nichts über den Protagonisten der Geschichte, bis auf seine Liebe zu Musubu und dass er ein tollpatschiger netter Kerl ist. Vielleicht soll der Leser sich so leichter in ihn hineinversetzen können, geklappt hat das bei mir jedoch weniger. So kann natürlich keine facettenreiche Geschichte erzählt werden, dies scheint aber auch kein Ziel vom Manga Autor Taishi Mori zu sein. “Meine Kollegin Musubu” ist nicht Taishi Moris erster Manga der Art. Zwar konnte er sich hierzulande noch keinen allzu großen Namen machen, konnte aber mit den Titeln “Kyou no Asuka Show” und “Kuchibiru ni Uta o” größere Erfolge sammeln, die bereits als Anime oder Live Action Film umgesetzt wurden. Auch “Meine Kollegin Musubu” hat bereits eine Live Action Serie mit zwei Staffeln bekommen. Der Manga selbst ist mit sieben Bänden in Japan bereits abgeschlossen.
Die Zeichnungen passen sich der Geschichte an. Die Charaktere sind schön, aber recht einfach und mit wenigen Details gezeichnet. Die Hintergründe sind dabei meist nur angedeutet oder gar nicht erst gezeichnet, wenn dieser in dem Moment aufgrund der Situation nicht zwingend gebraucht wird. Dieser einfache Zeichenstil, der trotzdem super süß gelungen ist, passt auch viel besser zu der erzählten Story und den Charakteren als das detaillierte Cover des ersten Bandes. Das alles führt dazu, dass sich der Manga sehr einfach konsumieren lässt. Man könnte also sagen, dass der Stil die Charaktere und die Momente so sogar noch unterstützt und dieses seltsame, aber lustige Setting so eher untermalt als die Hauptrolle an sich zu reißen.
Taishi Mori und seine Handschrift
Was mich, wie eingangs erwähnt, so an den Titel angesprochen hat, ist das ungewöhnliche Szenario und auch dieser Faktor ist es, den ich auch nach dem Lesen des ersten Bandes am meisten loben möchte. Wie Taishi Mori verraten hat, war es ihm am wichtigsten, seine RomCom in seinem speziellen Setting zu gestalten, wie er es bereits bei “Kyou no Asuka Show” tat. Und dies tat er nicht ohne eine große Menge an Nachforschung. Der Manga erklärt sehr genau das Vorgehen der Produktion neuer Kondome. Ein Thema, das in der Öffentlichkeit sonst nie Aufmerksamkeit bekommt. Diese Informationen sind sehr interessant in der Story verwoben und werden nicht einfach nur runtergeschrieben.
Fazit: Eine Kleine RomCom mit großer Besonderheit
“Meine Kollegin Musubu” ist eine charmante kleine romantische Komödie, die in dem Genre kein großes Highlight ist, aber durch das einzigartige Setting heraussticht. Dieses Setting ist äußerst gut umgesetzt worden vom Autor Taishi Moro und gibt der Geschichte den sonst fehlenden Kick. Wer auf Liebesstory mit lustigen Szenen steht und keine echte Erotik erwartet, wird von Musubu nicht enttäuscht. Wer jedoch den nächsten Ecchi-Hit sucht, wird hier nicht fündig.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⚪️⚪️⚪️ 7/10
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